Mi. 07.10. 18:30 Uhr

Historische Steingeschosse in Bad Langensalza - Vortrag von Manfred Linck

Vortragsreihe 2026

Im Rahmen unserer Vortragsreihe 2026 hält Herr Manfred Linck einen Vortrag über "Historische Steingeschosse in Bad Langensalza". Diese liegen tatsächlich an öffentlichen Plätzen in der Stadt.

Kaum zu glauben: Im Mittelalter schwere Artillerie in Thüringen und Langensalza

Möglicherweise ist die Artillerie in Thüringen entstanden und das schon früh im Mittelalter. Was kaum zu glauben ist, beweisen verblüffend große, erhalten gebliebene Steinkugeln aus jener Zeit. Teilweise sind sie so groß, dass bislang kein Historiker oder Forscher sie als Geschosse von Geschützen, die mit Schwarzpulver schossen, erkannte. So wurden auch in Bad Langensalza erhaltene Geschützkugeln von Stein als Geschosse der mechanischen Bliden angesehen und eine Tafel an der Stadtmauer manifestiert dies. Allerdings, auch eine so gewaltige hölzerne Maschine wie der Tribock hatte ihre Grenzen, die physikalisch nicht überschritten werden konnten. Dagegen boten die mit Schwarzpulver schießenden neuen Büchsen Abhilfe, sie konnten mit Riesensteinkugeln schießen. Tatsächlich begann also die Geschichte der Belagerungsgeschütze mit Riesenkalibern! Wer es nicht glaubt, der möge sich die vor dem Westtor von Langensalza liegende große Steinkugel ansehen! Wie mögen diese Riesengeschütze ausgesehen haben? Später aber verkleinerten sich die Kaliber bis in das Jahr 1866. Gerade Langensalza erlebte ja in diesem Jahr als erster Ort den Anfang ganz neuer Kriegstechniken, welche auch die aus dem Mittelalter herrührende Artillerie grundlegend veränderte.

Leider sind kaum Geschütze aus dem Mittelalter und schon gar nicht aus der Anfangszeit erhalten geblieben. Denn die teuren Bronzegeschütze wurden immer wieder bei Modernisierungen eingeschmolzen und geschmiedete eiserne Geschütze fielen mit der Zeit unrettbar dem Rost zum Opfer. Das führte bis heute zu abenteuerlichen Vorstellungen. Die einen Historiker reproduzierten einfach die Geschütze aus der Zeit des Bauernkrieges in die Vergangenheit und dichten ihnen utopische Leistungen an. So sollten die Städte Geschütze erfunden und rings die Ritterburgen zerschossen haben. Die anderen meinten, sie seien so primitiv und unwirksam gewesen, dass es sich nicht lohnte, sich mit ihnen zu befassen. Wahrscheinlich hätten sie nur zum Erschrecken des Feindes

gedient.

Rüstung war auch damals schon sehr teuer. Ein Geschütz aus Bronze war eineinhalbmal so teuer, wie eine gleich schwere Kirchenglocke. Trotzdem wurden Geschütze von bis zu mehreren hundert Zentnern Bronze gegossen und von Städten oder großen Herren bezahlt. Auch die Stadt Langensalza betätigte sich in dieser Richtung und einige spärliche Informationen sind den Rechnungsbüchern des Rates zu entnehmen. Darüber soll an diesem Abend berichtet werden.

Text: Manfred Linck

Artillerieoffizier in NVA und Bundeswehr, Vermessungsingenieur

Historiker (Studium Martin-Luther-Universität Halle, MA), Doktorand TU Chemnitz

 

Einlass ist 18:30 Uhr in der Leselounge der Stadtbibliothek Bad Langensalza. Tickets sind begrenzt und an der Abendkasse zu erhalten. Dauer des Vortrags ca. 45 Minuten mit anschließendem Gespräch.

Es lädt ein der Förderverein der städtischen Museen Bad Langensalza e.V.

Preis:
10 € Abendkasse

Weitere Informationen:
Website

Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek
Bei der Marktkirche 11a
99947 Bad Langensalza
03603 - 842238

Veranstalter:
Förderverein der städtischen Museen Bad Langensalza e.V.
Bergstraße 15a
99947 Bad Langensalza
015258487640
Website