Was sie hätte trennen sollen, hat sie einander nähergebracht. Der Franzose Jean-Michel Gaussot ist das Kind eines Widerstandskämpfers, der in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert und in einem der Außenlager umgebracht wurde. Die Deutsche Barbara Brix ist das Kind eines Nazitäters, der eine wichtige Position in einer »Einsatzgruppe« hatte – den Todesschwadronen der SS, die ab Sommer 1941 verantwortlich waren für Massenvernichtung von Jüdinnen und Juden, Kommunist:innen sowie Sinti und Roma in den von den deutschen Truppen besetzten sowjetischen Gebieten. Beide teilen dieselben Werte und berichten von ihren schmerzhaften Erinnerungen, die durch die Rolle ihrer Väter in einem der dunkelsten Konflikte der Geschichte geprägt sind.
Seit vielen Jahren treten Barbara Brix und Jean-Michel Gaussot gemeinsam auf, um einen Stimmenraum zu öffnen, in dem die gewaltvolle Geschichte des 2. Weltkriegs aus vielen Perspektiven erzählt werden kann. In Weimar sprechen sie über ihre Erinnerungen und die Beziehungen zu ihren Vätern, über Verbrechen und Schweigen, über private Trauer und politische Verantwortung in Zeiten eines wiedererstarkenden Rechtsextremismus. Die beiden nehmen sich außerdem Zeit für die Fragen des Publikums.
In Kooperation mit der Französischen Botschaft, dem Deutsch-Französischen Bürgerfonds und dem Institut français.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des »Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte« im mon ami und weiteren ausgewählten Veranstaltungsorten statt. Das Festival bietet vom 30.10. bis 01.11. ein vielfältiges, spannendes Programm unter dem Motto » Fakt oder Fake?«. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei und ohne Anmeldung besuchbar. Das gesamte Programm finden Sie hier: weimarer-rendezvous.de/de/programm/