Bekanntlich stellt die Psychoanalyse zunächst einmal eine Therapieform „seelischen Leidens“ dar. Dass dabei Gesellschaftliches nicht ausgeblendet werden durfte, machen bereits die frühen Krankengeschichten Freuds deutlich, in denen zeitgenössischen Sexualitäts- und Geschlechterdiskursen, Familien- oder Arbeitsverhältnissen eine entscheidende Rolle etwa für die Entwicklung von Neurosen eingeräumt wird. Die leidvolle Diskrepanz zwischen Kultur und Individuum bestimmt nach Freud die menschliche Entwicklungsgeschichte. Diese Entwicklungsgeschichte und mit ihr dieses Verhältnis auszumessen beginnt die Psychoanalyse kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Nach seinem Ende wird dieser Bereich zu dem vielleicht interessantesten der psychoanalytischen Theoriebildung. Warum man dennoch sagen könnte, Psychoanalyse sei nur gerade und nur insoweit Gesellschaftswissenschaft, als sie deren und ihre eigenen Grenzen reflektiere, versucht der Vortrag zu zeigen.
Dr. phil. Gottfried Schnödl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Geschichte, Theorie und Ästhetik materialer Kulturen an der Bauhaus-Universität Weimar.
Preis:
Keine Information
Veranstaltungsort:
ACC Galerie Weimar
Burgplatz 1+2
99423 Weimar
03643 851261
Veranstalter:
ACC Galerie Weimar
Burgplatz 1+2
99423 Weimar
03643 851261
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