1990 – Eine Stadt zwischen den Zeiten?. Fotografien und Lebensgeschichten aus einer sächsischen Kreisstadt

Fr. 04.12. 18:00 Uhr

1990 – Eine Stadt zwischen den Zeiten?. Fotografien und Lebensgeschichten aus einer sächsischen Kreisstadt

Vortrag von Dr. Cordia Schlegelmilch (Berlin) mit Moderation von Anselm Graubner (Weimar) zur aktuellen Ausstellung «Im Schwebezustand»

Im Sommer 1990 begann die Soziologin und Fotografin Cordia Schlegelmilch, in der sächsischen Kreisstadt Wurzen biografische Gespräche zu führen und den Alltag mit ihrer Kamera zu dokumentieren.

Während die Geschichte der Wende häufig aus der Perspektive Ost-Berlins und Leipzigs erzählt wird, richtet sich der Blick von Cordia Schlegelmilch auf kleinstädtische Lebenswelten. Wurzen eröffnet dabei einen exemplarischen Zugang zu Erfahrungen, die in vielen Kreisstädten und ländlichen Regionen bislang weniger Beachtung fanden. Sie berichtet auch von ihren Erfahrungen als Fotografin vor Ort: Wie reagierten die Menschen auf ihr Vorhaben, ihren Alltag und die Veränderungen in der Stadt mit der Kamera festzuhalten?

Ihre Fotografien zeigen eine Lebenswelt zwischen vertrautem Alltag und beginnender Veränderung. In den Gesprächen erzählten die Bewohner von ihrem Leben in der DDR, von Hoffnungen auf Erneuerung und den ersten Erfahrungen mit der neuen Gesellschaft.

Ausgehend von ihren Bildern in der Ausstellung „Im Schwebezustand“ verbindet Schlegelmilch fotografische Beobachtungen mit Stimmen aus ihren Büchern „Eine Stadt erzählt die Wende“ und dem jüngst erschienenen „Eine Stadt erzählt die DDR“. Was brachten die Menschen aus ihrer Vergangenheit mit? Welche Zukunft erhofften sie sich? Und was erschließen Fotografien und Lebensgeschichten im Zusammenspiel?

Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum, in dem es auch um den heutigen Blick auf diese Zeit geht, bringt Anselm Graubner, der ebenfalls in der Ausstellung vertreten ist, seine eigenen Erfahrungen als ostdeutscher Fotograf ein.

Cordia Schlegelmilch wurde in Magdeburg geboren und wuchs nach der Flucht ihrer Eltern in München auf. Sie studierte Soziologie in West-Berlin, war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und promovierte. 1986/87 besuchte sie die Werkstatt für Photographie in Berlin-Kreuzberg; anschließend assistierte sie einem Architekturfotografen. In ihrer freiberuflichen Arbeit verbindet sie Soziologie und Fotografie mit den Schwerpunkten Biografieforschung, Bau- und Stadtgeschichte sowie Kunst.

Anselm Graubner (*1968 in Wismar) studierte von 1989 bis 1992 Fotojournalismus an der Fachhochschule Dortmund. Ende 1989 kehrte er nach Weimar zurück und dokumentierte als Fotograf für die Thüringische Landeszeitung den gesellschaftlichen Umbruch und die Zeit nach dem Mauerfall. 1991/92 arbeitete er als Fotokorrespondent für die Kamtschatkaja Prawda in Russland.

Preis:
Keine Information

Veranstaltungsort:
ACC Galerie Weimar
Burgplatz 1+2
99423 Weimar
03643 851261

Veranstalter:
ACC Galerie Weimar
Burgplatz 1+2
99423 Weimar
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