Hexen vor Gericht! Krisen, Angst und Massenmedien vor 1800

Do. 29.10. 17:15 Uhr

Hexen vor Gericht! Krisen, Angst und Massenmedien vor 1800

von Kai Lehmann (Schmalkalden)

Eintritt frei – alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Missernten, Seuchen, Erbstreitigkeiten, Kindersterblichkeit, religiöse Ängste und mediale Gerüchte – die Hexenprozesse der Frühen Neuzeit entstanden nie aus einem einzigen Grund, sondern aus einem komplexen Zusammenspiel gesellschaftlicher Krisen und individueller Umstände. Kai Lehmann zeigt in seinem Vortrag, wie aus Angst Verdacht, aus Verdacht Anklage und aus Anklage Vernichtung werden konnte – und welche Rolle Flugschriften, Predigten und Gerüchte dabei spielten.

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen konkrete Lebenswelten, Beziehungen und Schicksale der Betroffenen. Zugleich stellt Lehmann unbequeme Fragen an religiöse Deutungsmuster von Schuld und Sündenbockmechanismen – Fragen, die weit über die Frühe Neuzeit hinausweisen. Der Vortrag verbindet historische Forschung mit einem Thema von bedrückender Aktualität: Wie gehen Gesellschaften mit Angst, Krise und der Suche nach Schuldigen um?

Dr. Kai Lehmann ist Historiker und Direktor der Museen im Zweckverband Kultur des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Er leitet das Museum Schoss Wilhelmsburg in Schmalkalden sowie das Technische Museum „Neue Hütte“ und das Besucherbergwerk „Finstertal“. Sein aktuelles Buch „Hexen vor Gericht! Krisen, Angst und Massenmedien vor 1800. Hexenprozesse in Deutschland“ ist im Herder Verlag erschienen.

Preis:
Keine Information

Weitere Informationen:
Website

Veranstaltungsort:
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
Schloßberg 2
99867 Gotha

Veranstalter:
Forschungszentrum Gotha
Schlossberg 2
99867 Gotha
0361 737 1712
Website