Pressmitteilung vom 31.03.2026
„Wir machen Dir ’ne Szene“ – Theater in Thüringens Städten zeigen Haltung, Vielfalt und Herzblut
Thüringen macht wieder Theater – und das mit voller Bühne! Unter dem Motto „Wir machen Dir ’ne Szene“ zeigen die Bühnen im Freistaat, wie lebendig, vielseitig und nahbar Theater sein kann. Von der Barockbühne bis zur Stadtraum-Inszenierung, von Bürger:innenprojekten bis zu großen Opern – 2026 steht das Theaterland Thüringen für kreative Energie, starke Handschriften und jede Menge Leidenschaft.
Altenburg und Gera: Wenn die Stadt zur Bühne wird
Am Theater Altenburg Gera entstehen Formate, die Theater im wahrsten Sinne neu auf die Straße bringen. Schauspieldirektor Manuel Kressin, der mit dem interaktiven Altenburg-Krimi „Blutrote Spitzen“ ein ungewöhnliches Format geschaffen hat, beschreibt den Prozess so:
„Am Anfang steht immer ein Thema, das erzählt werden will. Danach folgt das Nachdenken über Form, Dramaturgie und Umsetzung – bis aus der Idee ein lebendiges Stück wird.“
Besonders reizvoll findet Kressin die Verbindung von Schreiben und Inszenieren:
„Ich habe große Freude daran, Geschichten und Figuren zu erfinden, die erst in meinem Kopf existieren. Vom ersten Wort bis zur Premiere alles mitzugestalten – das empfinde ich als unglaublich erfüllend.“
„Blutrote Spitzen“ feiert am 7. Juni 2026 Premiere – und das Publikum wird Teil der Ermittlungen in einem echten Altenburger Mordfall. Daneben verspricht das Musical „Frankenstein“ als packendes Rock-Erlebnis und das sommerliche Classic Open Air auf dem Marktplatz pure Emotionen „zwischen Schauerromantik, Musik und Stadtgefühl“.
Eisenach: Theater von allen, für alle
In Eisenach trifft professionelle Theaterkunst auf leidenschaftliches Bürger:innenengagement.
Das Landestheater Eisenach, 1879 erbaut und heute mit rund 76 Mitarbeitenden Teil der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach, setzt mit Schauspiel, Ballett und Kinderstücken kulturelle Akzente in der Region.
Parallel dazu lebt im Theater am Markt Eisenach e.V. (TAM) das Prinzip des Miteinanders: Hier gestalten Bürgerinnen und Bürger Theater selbst – von der Idee bis zur Aufführung. Das umfasst rund 50 aktive Mitwirkende im Alter von 8 bis 70 Jahren. Das TAM versteht sich als Labor für lebendige Demokratie. Oder, wie das Ensemble sagt:
„Wir sorgen aktiv für Kultur und lebendige Demokratie – eine Gemeinschaft der Unterschiede, die bereichernd für die ganze Region wirkt.“
Erfurt: Unterwegs zu neuen Geschichten
Am Theater Erfurt steht die Spielzeit unter dem Motto „Unterwegs“ – und lädt das Publikum dazu ein, „auf ganz unterschiedliche Reisen zu gehen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn“, wie Marlies Reich, Leiterin für Marketing und Kommunikation, erklärt.
„Wir entführen unser Publikum an außergewöhnliche Orte und in eine Welt voller faszinierender Geschichten.“
Als Highlights nennt Reich die Familienoper In 80 Tagen um die Welt, die am 9. Mai Premiere feiert, und die Oper Brokeback Mountain, die mit zeitgenössischer Musik und intensiver Inszenierung überzeugt.
„Persönlich freue ich mich besonders auf In 80 Tagen um die Welt, weil sie thematisch so wunderbar zur Leitidee ‚Unterwegs‘ passt“, sagt Reich. „Die Kombination aus Bühnenbild, Musik und Story macht sie zu einem echten Erlebnis, das man live gesehen haben muss.“
Damit beweist das Theater Erfurt erneut, wie stark Musiktheater berühren und zugleich Horizonte erweitern kann.
Jena: Experimentierfreude zwischen Philharmonie und Performance
In Jena wird Theater zum Erlebnisraum. Die Jenaer Philharmonie ist nicht nur das größte Konzertorchester Thüringens und ein herausragender künstlerischer Botschafter Jenas und des Freistaats, sondern steht auch für musikalische Exzellenz und kreative Experimentierfreude. So lädt sie mit Formaten wie 360° oder Black Box zu neuen Hörerlebnissen ein. Mitten im Klanggeschehen erleben Besucher:innen Musik aus Perspektiven, „die man so sonst nie wahrnimmt“.
Das Theaterhaus Jena wiederum bleibt ein Ort der Experimente. Ob poetische Stücke wie Herrscht 07769 oder performative Arbeiten wie This is just us – naked in the face of the world“: hier treffen Mut, Inhalt und Teamarbeit aufeinander. Das Ensemble versteht sich als „Labor für zeitgenössische Bühnenkunst“ – frei von Konventionen, nah am Puls der Zeit.
Weimar & Meiningen: Große Namen, große Wirkung
In Weimar ist Schauspieler und „Polizeiruf“-Kommissar André Kaczmarczyk sowohl auf der Bühne als auch im Regiestuhl aktiv. Nach seinem gefeierten Kiss me, Kate bringt er ab November 2026 mit Mein Freund Bunbry einen beschwingten DDR-Musicalklassiker neu auf die DNT-Bühne.
Meiningen wiederum bleibt ein Ort, an dem Kunst und Musiktheater sich begegnen. Der weltbekannte Maler Markus Lüpertz hat dort mit Das Rheingold seine zweite große Operninszenierung gefeiert – und gleich noch eine imposante Bronzeskulptur Herzog Georgs II. fürs Theatermuseum geschaffen.
Gotha: Barock, Muskelkraft und Magie
Und dann wäre da noch Gotha – mit einem Schätzchen, das Theatergeschichte atmet: Das Ekhof-Theater im Schloss Friedenstein gilt als eines der ältesten Barocktheater der Welt mit noch funktionierender Bühnenmaschinerie. Wenn dort im Sommer das Ekhof-Festival seine Kulissen per Hand in Bewegung setzt, verwandelt sich Geschichte in Gänsehaut.
Gemeinsam Bühne zeigen
Ob im großen Haus oder im Stadtraum, ob von Profis, Bürger:innen oder als barockes Original – Thüringens Theater schaffen Erlebnisse, die verbinden. „Wir machen Dir ’ne Szene“ ist dabei nicht nur ein Motto, sondern ein Versprechen: Kunst entsteht hier mitten im Leben – mit Leidenschaft, Fantasie und jeder Menge Bühne fürs Publikum.