In ihrem Regierungsprogramm zur Landtagswahl 2026 kündigt die AfD Sachsen-Anhalt an, das gegenwärtige Landesmotto "#moderndenken" durch eine neue Kampagne "#deutschdenken" ersetzen zu wollen. Ausdrücklich wird hierbei der in Röcken geborene Philosoph Friedrich Nietzsche als eine jener prägenden historischen Persönlichkeiten angeführt, die stärker in den kulturpolitischen Fokus rücken sollen, um "ein neues nationales Selbstbewusstsein" anzustoßen. Dieser Plan einer nationalistischen Vereinnahmung ist nicht neu. Bereits im Jahr 2017 prangte die Forderung "Nietzsches Erbe besser pflegen!" als Slogan auf einem Wahlplakat des kulturpolitischen Sprechers der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt Hans-Thomas Tillschneider. Auf welche Weise, mit welchen Zielen und mit welcher Berechtigung aktuell (nicht nur in Deutschland) rechtsgerichtete Bemühungen um eine vermeintlich "bessere" Aneignung von Nietzsches Denken verfolgt werden, wollen wir in dieser Denkwerkstatt anhand repräsentativer Beispiele gemeinsam erörtern - ebenso wie schließlich auch die zunehmend drängende Frage, wie damit umzugehen ist.