220 Jahre nach der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt, die am 14.10.1806 ausgetragen wurde, widmet das Museum auf Zeit diesem, für die europäische Geschichte äußerst folgenreichen militärischen Ereignis, eine große Sonderausstellung. Innerhalb weniger Stunden offenbarten sich damals die Defizite der in die Jahre gekommenen preußischen Heeresstrukturenund mit dem Sieg der Grande Armée begann eine neue Ära: Das Alte Preußen ging unter, während die napoleonische Vorherrschaft über Mitteleuropa ihren Höhepunkt erreichte. Die Folgen waren nicht nur politischer und militärischer Natur, sondern reichten tief in die Gesellschaft hinein – von umfassenden Reformen in Preußen über die Neuordnung der deutschen Staatenwelt bis hin zu nachhaltigen Veränderungen im Alltagsleben der Bevölkerung.
Apolda selbst war durch seine Lage unmittelbar von den Ereignissen betroffen. Hier wurden verwundete Soldaten versorgt, viele Familien litten unter Einquartierungen, Abgaben und den Lasten des Krieges. Zugleich entstand ein kollektives Gedächtnis, das in Chroniken, Erinnerungen und nicht zuletzt in der lokalen Geschichtskultur bis heute nachwirkt. So auch im üblicherweise Napoleon zugeschriebenen Spitznamen für Apolda: „Gramont“. Damit bildet Apolda einen authentischen Bezugspunkt, um die weltgeschichtliche Dimension dieser Schlachten mit den konkreten Erfahrungen der Menschen vor Ort zu verbinden.
Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Institut zur Militärgeschichtlichen Forschung Jena 1806 e. V. sowie privaten Sammlern. Dank ihrer großzügigen Leihgaben können wir seltene Exponate präsentieren – von Uniformteilen, Waffen und Ausrüstungsgegenständen über anschauliche Dioramen bis hin zu Einblicken in die Zelte der Soldaten. Sie ermöglichen es, die Geschehnisse von 1806 lebendig werden zu lassen und zugleich ein differenziertes Bild der Zeit zu zeichnen.