Ob „Zersetzung“ oder „ideologische Diversion“: anders als oft gedacht, stammen diese Begriffe nicht aus Ost-Berlin, sondern aus Moskau. Der dortige Geheimdienst KGB ging mit speziellen
Maßnahmen gegen feindlich eingestufte Organisationen und Gruppen im Ausland vor. Er übertrug diese
Erfahrungen, die der KGB zum Teil auch gegen eigene Staatsbürger mit Auslandsbeziehungen gewonnen hatte, auch auf Gruppen und Organisationen im Inland. Das Ministerium für
Staatssicherheit orientiere sich in seiner praktischen Arbeit an den Lehren und Erfahrungen des KGB.
Der Referent Douglas Selvage (Bundesarchiv) erklärt in seinem Vortrag am Donnerstag, 18.Juni, um 17 Uhr in der Reihe „Stasi-Akte spezial“ aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv sowie dem
ehemaligen KGB-Archiv in der Ukraine.
Vorab findet um 16 Uhr eine Führung durch die Karteiräume und das Archiv statt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Dafür ist ein gültiges
Personaldokument erforderlich.