Am 26. April 1986 veränderte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Welt. Ihre Folgen sind in Böden, Pflanzen und Körpern gespeichert. Oft unsichtbar, stets wirksam. Die französische Künstlerin Anaïs Tondeur antwortet darauf mit Chernobyl Herbarium aus vierzig sogenannten Rayogrammen, entstanden durch die direkte Belichtung radioaktiv kontaminierter Pflanzen auf fotosensibles Papier. Jedes Blatt als Bildträger, jedes Bild als „Jahr“ einer andauernden Geschichte. Das Deutsche Gartenbaumuseum zeigt anlässlich des vierzigsten Jahrestags der Reaktorkatastrophe Anaïs Tondeurs sensible und eindringliche künstlerisch-forschende Langzeitstudie zu Pflanzen aus der Sperrzone, gesammelt über vier Jahrzehnte.
Die Ausstellung wird im Rahmen des Jubiläums „65 Jahre egapark und Deutsches Gartenbaumuseum“ gezeigt.