do 29.10. 19:30 Uhr

Sinfoniekonzert »Jenseits der Zeit«

Donnerstagskonzert № 3 der Jenaer Philharmonie

Was bedeu­tet es, sich musi­ka­lisch mit dem Tod aus­ein­an­der­zu­set­zen? Simon Gau­denz und die Jenaer Phil­har­mo­nie nähern sich die­ser Frage mit einem Pro­gramm, das keine Ant­wor­ten geben will, son­dern unter­schied­li­che Pers­pek­ti­ven auf die letz­ten Dinge eröffnet.

Schu­berts „Unvoll­en­dete“ rahmt den Kon­zert­abend: Ihr erster Satz eröff­net ihn mit einer Musik von auf­wüh­len­der Inten­si­tät, ihr zwei­ter beschließt ihn mit einer eigen­tüm­li­chen Entrückt­heit. Dazwi­schen erklingt Johann Sebas­tian Bachs Choral „Komm, o Tod, du Schla­fes Bru­der“ – eine stille, andäch­tige Zäsur, die der Jenaer Mad­ri­gal­kreis gestal­tet, ehe Modest Mus­sorg­ski in sei­nen „Lie­dern und Tän­zen des Todes“ den Tod selbst zu Wort kom­men lässt: scho­nungs­los, unmit­tel­bar und ohne jede Beschö­ni­gung. Andreas Bauer Kana­bas gestal­tet die vier Lie­der in Dmi­tri Schos­ta­ko­witschs Or­ches­ter­fas­sung. Oli­vier Mes­siaens „Le Tom­beau res­plen­dis­sant“ setzt mit leuch­ten­den Far­ben und erup­ti­ven Rhyth­men einen radi­kal ande­ren Akzent: ein Requiem auf die eigene Jugend, vol­ler Verstö­rung und Ener­gie. Knut Nystedts Chor­werk „Immor­tal Bach“ führt schließ­lich in eine wei­tere Sphäre. Nystedt greift dafür auf Bachs „Komm, süßer Tod“ zurück und lässt die ver­traute Cho­ral­ge­stalt durch unter­schied­li­che Tempi und zeit­li­che Ver­schie­bun­gen in ein schwe­ben­des, viel­stim­mi­ges Klang­ge­sche­hen über­ge­hen. So wird Schu­berts „Unvollendete“ zum Aus­gangs- und End­punkt eines Abends, der den Tod nicht als Gewissheit begreift, son­dern als offene Frage – eine Aus­ein­an­der­set­zung, die die Musik auf ihre eigene Weise wei­ter­führt.

Programm

Franz Schubert:
Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 („Unvollendete“),
daraus: 1. Allegro moderato

Johann Sebastian Bach:
„Ich will den Kreuzstab gerne tragen“, geistliche Kantate BWV 56,
daraus: „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“, Choral
(Aufführung a cappella)

Modest Mussorgski:
„Песни и пляски смерти“ („Lieder und Tänze des Todes“), Liederzyklus für Singstimme und Klavier
(Arr. für Singstimme und Orchester von Dmitri Schostakowitsch)

Olivier Messiaen:
„Le Tombeau resplendissant“ („Das prächtige Grabmal“) für Orchester

Knut Nystedt:
„Immortal Bach“ („Unsterblicher Bach“) für vierstimmigen gemischten Chor a cappella op. 153b

Franz Schubert:
Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 („Unvollendete“),
daraus: 2. Andante con moto

Sowohl im ersten als auch im zweiten Konzertteil werden die Werke attacca, das heißt ohne Unterbrechung, gespielt.

Mitwirkende

Andreas Bauer Kanabas, Bass
Jenaer Madrigalkreis
Berit Walther, Leitung
Jenaer Philharmonie
Simon Gaudenz, Leitung

Preis:
https://www.jenaer-philharmonie.de/ticketpreise.html
Hinweis: Beim Ticketkauf an der Tageskasse im Volkshaus ist keine Barzahlung möglich. Hier kann ausschließlich mit EC- bzw. Debitkarte, Kreditkarte, der Jenaer CityCard oder den neuen JenaKultur Gutscheinen bezahlt oder Wahlabonnement-Ticketgutscheine eingelöst werden.
Programmhefte sind gegen eine freiwillige Spende im Foyer 2 erhältlich (empfohlener Betrag: 2,00 €, solange der Vorrat reicht).

Weitere Informationen:
Website

Veranstaltungsort:
Volkshaus Jena
Carl-Zeiß-Platz 15
07743 Jena
+49 (0) 3641 498130

Veranstalter:
Jenaer Philharmonie
Carl-Zeiß-Platz 10
07743 Jena
+49 (0) 3641 49-8101
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