Als Eliteförderung junger Musikerinnen und Musiker wurde die Villa Musica schon 1986 von der Landesregierung Rheinland-Pfalz und dem damaligen Südwestfunkt ins Leben gerufen. Seit nunmehr vier Jahrzehnten betreibt die Stiftung musikalische Nachwuchsförderung, überwiegend im Bereich Kammermusik – doch hier gehen die Thüringer Symphoniker noch einen Schritt weiter: Im 3. Schlosskonzert treten nun zwei Musikerinnen und Musiker der Talentschmiede nicht kammermusikalisch auf, sondern als Solist und Solistin.
Oboist und Violinistin nähern sich dem Thüringer Urgestein Johann Sebastian Bach. Der heute so ungemein berühmte und geschätzte Musiker hatte sich seiner Zeit gerne mal fremd inspirieren lassen. Einflüsse von Antonio Vivaldi lassen sich hier und da in seinen Konzerten finden, zum Beispiel im Violinkonzert E-Dur: vom Orchestervorspiel, über das sogenannte Ritornell, zur Dreiklangsmelodik und den rauschenden Sequenzen – ein Stück Italien bei uns vor der Haustür. Auch das Oboenkonzert von Alessandro Marcello hatte es Bach angetan. So sehr, dass er eine eigene Fassung für Solo-Cembalo erstellte. Als Fassung für zwei Cembali-Solo wurde das Doppelkonzert BWV 1060 überliefert – allerdings scheint das nicht original zu sein: Schon Ende des 19. Jahrhunderts vermutete man, dass hier eigentlich zwei Melodieinstrumente spielten. So wurde erst viel später die vermeintlich originale Besetzung von Violine und Oboe rekonstruiert. Johann Sebastians Sohn Carl Philipp Emmanuel setzte in seiner Musik schon auf deutlich andere Pferde als sein Vater. Plötzliche Gefühlswechsel und Kontraste – eine empfindsame Ausdruckskraft, die weit in die Zukunft strahlt.
Preis:
Keine Information
Veranstaltungsort:
Löwensaal Rudolstadt
Markt 5
07407 Rudolstadt
+49 3672 486413
Veranstalter:
Schiller-Theater-Rudolstadt
Anger 1
07407 Rudolstadt
0 36 72 - 450-0
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