Vor 70 Jahren, am 30. November 1956, fand in der Mensa der Universität ein Physikerball statt, der durch treffsicheres Kabarett ein Echo weit über die Jenaer Universität hinaus fand. Die Szenen nahmen Bezug auf den Bruch mit dem Stalin-Kult und den Aufstand in Ungarn, der am 04. November von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen worden war. Das Ballprogramm traf die Stimmung in der Bevölkerung und an der Universität - eine breite Empörung gegen das herrschende kommunistische System. Der Physikerball wurde so zu einem Fanal für Freiheit weit über Jena hinaus, das lange nachhallte.
Mehrere Physikerball-Akteure, soweit sie nicht rechtzeitig in den Westen flohen, wurden im Rahmen der vier Prozesse gegen die Widerstandsgruppe "Eisenberger Kreis“ angeklagt und im September und Oktober 1958 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Die Universität Jena und die vhs Jena möchten mit der Veranstaltung an dieses denkwürdige Ereignis erinnern. Bei Drucklegung des Programmheftes standen noch nicht alle Details fest. Angefragt für ein Grußwort zu dem Zeitpunkt: Oberbürgermeister der Stadt Jena, Dr. Thomas Nitzsche; Präsident der Universität, Prof. Dr. Andreas Marx; Musikalische Umrahmung; Beitrag von Studierenden der Physikalisch-Astronomischen Fakultät; Historische Einbettung durch Detlef Himmelreich unter der möglichen Beteiligung einer damaligen Studentin. Den genauen Ablauf und die Akteure des Abends entnehmen Sie bitte den aktuellen Veröffentlichungen von Universität und Volkshochschule.