Öffentlich auftretende Philosoph:innen gefallen sich darin, das Verhältnis von Philosophie und Öffentlichkeit als Vollzug von Aufklärung darzustellen. Es wimmelt vor Festivals, Radioformaten und Vermittlungsprogrammen, in denen die Rede von Einführungen ins Denken, in die Philosophie oder gleich von den Abenteuern des philosophischen Denkens die Rede ist. In der Realität sind solche Formate allerdings vielfältigen Restriktionen unterworfen – ein Publikum aus philosophischen Laien möchte dort abgeholt werden, wo es sitzt, nicht anders als ein philosophisches Fachpublikum, das sich an den aktuell modischen Forschungsdiskursen orientiert. Das, was jeweils vermittelt werden soll, bleibt dabei oft genug auf der Strecke: die Philosophie, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im innerfachlichen Diskurs.