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    27.03.2014

    „Reformation und Politik“ -

    so lautet das Thema 2014 im Jahr sieben der Lutherdekade

    In den Thüringer Lutherstädten wird mit thematischen Ausstellungen,

    interessanten Vorträgen und im Gemeindeleben dieses Spannungsfeld beleuchtet.

     

    „Toleranz und Passung“ so heißt eine Ausstellung, die am 06.04.2014 in der Divi Blasii Kirche in Mühlhausen eröffnet wird. Sie steht eindeutig im Zeichen der Reformationsdekade. Ebenso wie ein Kantatengottesdienst am 31.10.2014, um 17:00 Uhr in Divi Blasii.

    Die evangelische Pfarrkirche St. Nikolai feiert ihren 700. Geburtstag. Veranstaltungen zum Jubiläum beleuchten nicht nur die Kirchengeschichte, sondern auch die Zeit der Reformation. Unter dem Thema „Mehr als Martin Luther- Die Reformation in St. Nikolai“ findet am 28.10.2014, um 19:30 Uhr ein Vortrag in St. Nikolai statt.

     

    Am 12.07.2014 findet in Nordhausen die 10. Nacht der Kirchen mit speziellen Angeboten zum Themenjahr der Reformation statt. Politiker, Künstler und Vertreter der Kirche wollen zum Thema Wirkungen der Reformation in der heutigen Politik diskutieren

    Vom 31.10 - 02.11.14 wird es ein Festwochenende zur Rückkehr der Himmelgartenbibliothek nach Nordhausen geben. Dies beinhaltet einen Festgottesdienst, eine Familienwanderung auf dem Lutherweg nach Nordhausen, musikalische Angebote und Druck einer historischen Festseite.

     

    Bereits in der Reformationszeit war in Jena die enge Verbindung von Politik und Kirche sichtbar. Zu Weihnachten 1521 zog die Reformation durch die Unterstützung des Rates in Jena ein. Nicht zuletzt auch im Auftrage des Landesherren traf 1524 Martin Luther im Gasthaus zum Schwarzen Bären auf Andreas Bodenstein von Karlstadt, der einen anderen Weg der Reformation gehen wollte als Luther und sein Landesherr. 1548/58 gründete Herzog Johann Friedrich von Sachsen seine neue Universität in Jena – als Hort der wahren lutherischen Lehre im Gegenüber zu Wittenberg. Die Gründung der Universität sollte sich über die Jahrhunderte hinweg bis heute als prägend für Kultur, Innovationskraft und Wirtschaftsstärke der Stadt erweisen. Im Stadtmuseum Jena wird noch bis zum 31.12.2014 die Kabinettausstellung „Zwischen Bildersturm und Wiederauferstehung. Die Jenaer Marienkrönung“ gezeigt. Gegenstand ist der Marienkult und seine Bedeutung für die christliche Kirche, sowie auch der Wandel des Verhältnisses zur Maria in der Reformation.

     

    Die Stadt Erfurt ist Luthers geistige Heimat. Wer auf Luthers Spuren in Erfurt wandeln will, findet hier ein breites Angebot. Luther verbrachte hier 10 Jahre seines Lebens, fünf davon als Student an der alten Universität, fünf im Augustinerkloster als Mönch.

    Die Erfurt Tourismus und Marketing Gesellschaft bietet Stadtführungen auf den Spuren Luthers an. Im Zuge dieser entdeckt man das Augustinerkloster, das Lutherdenkmal, die Georgenburse, die Lutherzelle und die Alte Universität. Ein weiteres Angebot am 29. und 30. August und am 26. und 27. September ist eine szenische Darstellung des Zusammentreffens der Heiligen Anna und Martin Luthers. Kulisse hierfür ist das Augustinerkloster.

    Im Rahmen des Themenjahres „Reformation und Politik“ lädt das Augustinerkloster regelmäßig zu „Augustinergesprächen“ ein.

     

    Zur Reformationszeit, als sich die protestantischen Stände gegen Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Bund (1530) zusammenschlossen, stand Schmalkalden im Mittelpunkt europäischer Politik. Zur bedeutendsten Tagung des Bundes (1537) legte Martin Luther seine „Schmalkaldischen Artikel“ vor, die 1580 Bekenntnisschrift der evangelischen Kirche wurden, und auf die heute noch weltweit alle evangelisch-lutherischen Pfarrer ordiniert werden.

    Das Zusammenspiel der Sonderausstellung „Leben und Sterben im 30jährigen Krieg – aus Sicht von unten“ (bis 15.01.2015) im Museum Schloss Wilhelmsburg mit der großen Ausstellung „Aufbruch in die neue Zeit – Renaissance und Reformation“, der Besichtigung der protestantischen Predigtkirche auf Schloss Wilhelmsburg, sowie einer Führung durch die historische Altstadt mit Rathaus, Lutherhaus und Stadtkirche St. Georg dokumentiert die bedeutenden Stellung Schmalkaldens im Europa des 16. Jahrhunderts.

     

    Viele Details der Reformationsgeschichte und nicht zuletzt Martin Luther selbst sind mit Weimar eng verbunden. „Luthers Obrigkeitslehre und ihre Wirkungen von Weimars aus in die Moderne“ steht vom 24. bis 26. Oktober 2014 im Mittelpunkt einer Tagung und zahlreicher Veranstaltungen. Die Schrift erklärt Martin Luthers Auffassung von Recht und staatlicher Ordnung einerseits und sein Verständnis vom Christsein im Sinne der Bergpredigt andererseits, die die politische Ethik der evangelischen Kirche grundlegend geprägt hat. Christen wie Paul Schneider, der Prediger von Buchenwald, wurden im Nationalsozialismus davon beeinflusst.

    An Paul Schneiders 75. Todestag erinnert vom 17. Mai bis 20. Juli 2014 eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Weimar. Vom 18. bis 20. Juli wird es überdies zahlreiche Gedenkveranstaltungen geben.

     

    „….meine liebe Stadt“ hat Luther Eisenach einst genannt. Sein Aufenthalt während der Schulzeit im Haus Cotta und die Zeit der Bibelübersetzung auf der Wartburg haben ihn geprägt. Die Ausstellung - Wandlungen des Luther-Bildes zwischen 1883 & 1918 „Meinen Deutschen bin ich geboren und ihnen will ich dienen“ - vom 02. August bis 26. Oktober im Eisenacher Stadtschloss mit Bildern aus dem einstigen Reformationszimmern der Wartburg versteht sich als Beitrag zum Themenjahr und als Ergänzung zur Ausstellung „Eisenach(er) im Ersten Weltkrieg“. Skizzenhaft wird dargestellt, wie gerade 1883 und danach Luthers Leben und Werk auf eine kaum noch zu überbietende Art harmonisiert wurden. Gleichwohl wurde es krampfhaft aktualisiert: Sein Vermächtnis sollte den Menschen dieser Zeit „theologische Klarheit, religiöse Erneuerung, sittliche Kraft bringen, kurzum das Heil“.

    Im Sommer 2014 jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

    In die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" waren 40 Länder verwickelt. Der Krieg zerstörte nicht nur die hochfliegenden Jahrhunderterwartungen der Wartburgstädter, sondern er riss auch tiefe Wunden in viele Familien. Die Stadt Eisenach erinnert mit dieser Ausstellung „Vom Wohnzimmer in den Schützengraben - Eisenach(er) im Ersten Weltkrieg", vom

    2. August bis 28. Dezember 2014 im Stadtschloss, die auf zahlreichen Leihgaben von Privatpersonen beruht, an das Ereignis: Weltgeschehen aus der Perspektive der Provinz.

    Die Tourist-Informationen aller Städte bieten thematische Stadtführungen und Kostümführungen auf den Spuren Luthers und der Reformation an. Termine nach Vereinbarung.

     


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