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    31.01.2013

    Thüringen feiert 150 Jahre Henry van de Velde

    Er war eine der schillerndsten Gestalten in Kunst und Architektur seiner Zeit: Henry van de Velde. 1902 wurde er nach Weimar berufen, um hier im Auftrag des Großherzogs Kunsthandwerk und -gewerbe zu beraten. Das Schaffen Van de Veldes war vor allem von Vielseitigkeit geprägt: Er entwarf Häuser, Geschirr, Besteck, Stoffe und ganze Inneneinrichtungen. Anlässlich des 150. Geburtstags des Alleskünstlers findet 2013 das Van-de-Velde-Jahr in Thüringen und Sachsen statt.

     

    15 Jahre seines Lebens verbrachte Van de Velde in Weimar. Es war seine vielleicht intensivste Schaffensperiode und wohl eine der wichtigsten Phasen seines Lebens. Nirgendwo sonst sind so viele Gebäude wie in Weimar nahezu unverändert erhalten. Seine beeindruckenden architektonischen Leistungen lassen sich heute noch besichtigen. Zu den berühmten Weimarer Bauten gehört das Kunstschulenensemble: die Kunstschule und die Kunstgewerbeschule, die heute zur Bauhaus-Universität Weimar gehören und die seit ihrer Restauration 1991 bzw. 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Heute beherbergen sie die Fakultäten Architektur und Gestaltung der Universität. Berühmt ist auch Van de Veldes Wohnhaus „Haus Hohe Pappeln“ am Rande der Stadt. Nach nur siebenmonatiger Bauzeit bezog er es 1908 mit seiner Ehefrau Maria und seinen fünf Kindern. Wie alle Arbeiten des renommierten Jugendstilkünstlers, ist auch sein Privathaus durch die Verschmelzung funktionaler, ästhetischer und dekorativer Elemente charakterisiert. Die Gestaltung gilt als beispielhaft für seine Frühwerke. Weitere sehenswerte Privatbauten Van de Veldes in Weimar sind das Palais Dürckheim und die Villa Henneberg.

     

    Im Jahr 2013 bietet Weimar Van-de-Velde-Interessierten zahlreiche Ausstellungen und Führungen, konzentriert auf die Frühjahrsmonate bis in den Juni hinein. Einige Angebote können über das gesamte Jahr wahrgenommen werden. Anhand von Spitzenwerken aus zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vermittelt die Klassik Stiftung Weimar mit der Ausstellung „Leidenschaft, Funktion und Schönheit. Henry van de Veldes Beitrag zur europäischen Moderne“ das Spektrum seines Wirkens von 1890 bis Ende der 1930er Jahre. „Der Architekt Henry van de Velde“ heißt die Ausstellung an der Bauhaus-Universität Weimar, die neben Plänen und Modellen realisierter Bauten, virtuelle Simulationen nichtrealisierter Entwürfe vorstellt.

     

    Die Landeshauptstadt Erfurt zeigt im Van-de-Velde Jahr 2013 zwei Ausstellungen: In der Kunsthalle Erfurt ist „Peter Behrens – Vom Jugendstil zum Industriedesign“ zu sehen. Der Zeitgenosse van de Veldes teilte viele künstlerische Auffassungen mit ihm. Die Ausstellung im Angermuseum Erfurt thematisiert die Planungsgeschichte eines Museums- neubaus von den historisierenden Entwürfen aus den Jahren 1900 und 1903 bis hin zu den modernen Entwurfsplanungen Henry van de Veldes aus den Jahren 1913/1914.

     

    Das Wirken Henry van de Veldes in Jena verbindet man heute mit dem Gedenkmonument für den Physiker, Industriellen und Sozialreformer Ernst Abbe. Den von Henry van de Velde entworfenen Gedenkpavillon für den Mitbegründer der Zeiss-Werke – mit Marmorherme von Max Klinge und Bronzereliefs von Constantin Meunier – können Architektur-Interessierte während des Stadtspaziergangs „Henry van de Velde und die Bauhauskünstler in Jena“ besichtigen. Das Stadtmuseum und die Kunstsammlung Jena zeigen 2013 durchgehend von März bis November drei Sonderausstellungen zum Werk des belgischen Designers und Architekten sowie seines künstlerischen Umfelds: „Der ewige Wanderer – Henry van de Velde in Jena“, „Jugendstilträume – Die Sammlung Giorgio Silzer. Van de Veldes Schüler aus Jena“ und „Henry van de Velde – der Maler und die Neo-Impressionisten“. Nur wenig bekannt ist, dass er bildende Kunst studierte und zuallererst Maler war. In der Ausstellung wird Henry van de Velde als Maler im Kreis der Neoimpressionisten vorgestellt.

     

    Henry van de Velde konzipierte in Gera das Haus Schulenburg 1913/14 als Wohnhaus für die Familie des Industriellen Paul Schulenburg und schuf mit der Jugendstilvilla ein Gesamtkunstwerk. In Thüringen gibt es kein anderes van de Velde Gebäude, in dem Innen- und Außenräume samt Garten und Original- Inventar so komplett erhalten sind wie im Haus Schulenburg. Die Villa ist heute nach originalen Bauplänen rekonstruiert und beherbergt ein Privatmuseum mit einer weltweit wichtigen Sammlung von Buchgestaltungen van de Veldes. Weiterhin zu sehen sind neben den originalen Möbeln, Architekturentwürfe, Stoffmuster sowie Veröffentlichungen des Künstlers. Im Mittelpunkt der zweiten Jubiläumsausstellung „Henry van de Velde und Thilo Schoder. Meister und Schüler“ in Gera im Museum für Angewandte Kunst steht ein Schüler Henry van de Veldes, der mit über 50 Werken in Gera seine Spuren hinterließ. Die Arbeit Thilo Schoders zeichnete vor allem die Verschmelzung von künstlerischen und industriellen Bauten aus, die sowohl funktionale Bedingungen und kompositorische Freiheiten aufwiesen.

     

     

    Termine:

    Weimar, Neues Museum

    24. 3.-23. 6. 2013 Leidenschaft, Funktion und Schönheit. Henry van de Veldes Beitrag zur europäischen Moderne

    Bauhaus-Universität Weimar

    29.3.-12.5. 2013 Der Architekt Henry van de Velde

    Erfurt; Kunsthalle Erfurt

    24. 3.-16. 6. 2013 Peter Behrens – Vom Jugendstil zum Industriedesign

    Gera, Haus Schulenburg

    17.3. -3.11. 2013 Henry van de Velde und das Haus Schulenburg

    Museum für Angewandte Kunst

    16.6.-22.9. 2013 Henry van de Velde und Thilo Schoder. Meister und Schüler

    Jena, Städtische Museen, Kunstsammlung Jena

    10.4.-26.5. 2013 Henry van de Velde in Jena; 1.9.-24.11. Henry van de Velde der Maler

    Apolda, Kunsthaus Apolda Avantgarde

    13. 1.-1. 4. 2013 Max Ackermann; 23. 6.-18. 8. 2013 Curt Hermann; 7. 9.-21.12. Heinrich

    Vogler. Leben in der Kunst

     

    Presse-Kontakt: Uta Kühne | c/o weimar GmbH | Tel: 03643-745805 |presse@weimar.de | www.vandevelde2013.de

     


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