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    07.11.2014

    Geht mal wieder ins Museum!

    Es sind die großen Namen wie Wartburg, Schloss Friedenstein, Goethehaus oder Heidecksburg, die die Museumslandschaft Thüringens weit über die Grenzen hinaus repräsentieren.

    Im Schatten der großen Museen entwickelte sich im Freistaat eine beachtenswerte Museumslandschaft, die leider nicht immer die ihr gebührende Beachtung findet.

    Fast 200 Museen sind unter dem Dach des Thüringer Museumsverbandes organisiert, die im vergangenen Jahr mehr als 4.000.000 Besucher zählen konnten.

    Gerade jetzt in den Wintermonaten kann ein Museumsbesuch ein wenig Farbe in den Alltag bringen und hilft, so manche Wissenslücke zu schließen.

    Dabei wird man in vielen Thüringer Städten fündig:

     

    Im Glocken-Museum Apolda kann der Besucher nicht nur eigenhändig verschiedenste Glocken zum Klingen bringen, er erfährt auch mehr über die Wirker- und Stricker und die Wiege des Dobermanns, die in Apolda stand. Im benachbarten Kunsthaus Villa Avantgarde kann man bis zum 14.12.2014 noch die hochkarätige Ausstellung „Henri Matisse: „Meine gekrümmten Linien sind nicht verrückt“ besuchen. Das Kunsthaus ist für seine hochwertigen Ausstellungen auch weit über die Grenzen Thüringens bekannt.

     

    Im Bachhaus in Eisenach, dem weltweit größten Museum für den berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach, der in Eisenach geboren wurde gibt es stündliche Live-Konzerte auf historischen Instrumenten. Das Lutherhaus, wo Martin als Schüler 3 Jahre bei der Familie Cotta verbrachte, wird im September 2015 nach Sanierung und Erweiterung um einen Anbau mit neuer Dauerausstellung und Museumsshop wiedereröffnet.

    Im Reuter-Wagner-Museum in der Reutervilla kann man die Wohnräume des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter besichtigen sowie die größte Sammlung außerhalb Bayreuths zu Richard Wagner, dem berühmten Komponisten der Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“. Nach jahrelanger Restaurierung sind im Stadtschloss Thüringer Porzellan, eine historische Apotheke und wechselnde Sonderausstellungen zu besichtigen. Und nicht zu vergessen, die „automobile welt eisenach“, 100 Jahre Eisenacher Automobilgeschichte im authentischen Gebäude O2 der ehemaligen Automobilfabrik.

     

    Die vielfältige Erfurter Museumslandschaft bietet die ideale Voraussetzung für alle Wissenshungrigen zum Staunen, Lernen und Erleben. So findet man im Benary-Speicher, neben einem Schaudepot aus dem Angermuseum und dem Museum für Thüringer Volkskunde, ein beeindruckendes Druckereimuseum mit einer historischen Maschine, die einen Einblick in die Techniken des Buchdrucks und des künstlerischen Handdrucks ermöglicht. Im Anschluss einer Führung kann der Besucher sich selbst beim Drucken ausprobieren. Auch in der Werkstatt von Margaretha Reichardt (1907 - 1984) wird noch heute an originalen Handwebstühlen die Kunst des Handwebens vorgeführt. Im Haus der Stiftungen auf der Krämerbrücke hat der Besucher die einmalige Gelegenheit, das restaurierte Brückenhaus von 1578 im Inneren zu besichtigen und erhält umfassende Informationen zur Baugeschichte sowie zu realisierten und geplanten Sanierungsmaßnahmen der Bogenbrücke und der Brückenhäuser.

     

    Das GoetheStadtMuseum in Ilmenau widmet seine neue Sonderausstellung Made in Germany – der Ilmenauer Spielwarenherstellung. Dieser Industriezweig war im 19. und 20. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil der städtischen Arbeits- und Lebenswelt. Herzstück der Ausstellung ist die bewegte Geschichte der Spielwarenfabrik Fischer, Naumann & Co und der Puppenfabrik Wagner & Zetzsche. Dabei werden zum Teil einmalige Erzeugnisse wie exklusiv gestaltete Puppen, aber auch ganz alltägliche Produkte, Puppenbälge, Puppenschuhe, einzelne Körperglieder von Puppen oder Puppenwäsche präsentiert.

    Den Grundstein der Spielwarenherstellung in Ilmenau bildete die enge Anbindung zu den nahe gelegenen Maskenfabriken in Manebach. Die älteste Puppen- und Spielwarenfabrik der Stadt gründete Volkmar Senior. Goethe besuchte sie während seines letzten Aufenthaltes mit seinen Enkeln am 29. August 1831. Die Nachfolgefirma – Fischer, Naumann & Co. – stellte ab 1860 Terralith- und Terrakottafiguren her, die auf der Weltausstellung in Melbourne im Jahr 1881 prämiert wurden. Später kamen Puppenköpfe, Scherzartikel aus Pappemaché und Lebensmittelattrappen hinzu. Für die 610 verschiedenen Modelle von Puppenschuhen war unter anderem Käthe Kruse Hauptabnehmerin.

    Die 1875 gegründete Firma Wagner & Zetzsche stellte vor allem Puppenbälge aus verschiedenen Materialien her, die auf den Leipziger Messen zu Weltruf gelangten. 1916 erwarb die Firma unter dem Namen „Haralith“ das Patent eines Gussverfahrens von Puppenköpfen. Die von Franz Reißmann entworfenen Haralithköpfe nach Vorbildern der Enkel des Firmenbesitzers, Harald, Inge und Hansi, wurden bald zum Verkaufsschlager und sind heute begehrte Sammlerstücke.

    Die Ausstellung ist noch bis zum 22.02.2015 zu sehen.

     

    Als Haupthaus des Museumsverbundes Mühlhäuser Museen präsentiert sich das Kulturhistorische Museum nach dreijähriger Umbauzeit mit neuer Raumaufteilung. Die im Juni 2014 neueröffneten Dauerausstellungen, „Unstrut-Hainich tiefgründig“ zur Ur- und Frühgeschichte des Unstrut-Hainich-Kreises sowie „KunstLand Thüringen“ zur Thüringer Kunst des 20. Jahrhunderts, sind derzeit zu sehen. Voraussichtlich 2016 wird die in der Planung befindliche Dauerausstellung zur Geschichte der Freien Reichsstadt Mühlhausen sukzessive Gestalt annehmen.

     

    Das Rudolstädter Schillerhaus erzählt von einer, für die Weltliteratur folgereichen Begegnung:

    1788 kam es hier zu einem Zusammentreffen von Goethe und Schiller.

    In dem 1720 erbauten Haus lebte die Witwe Louise von Lengefeld mit ihren Töchtern Caroline und Charlotte, Schillers spätere Frau. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Schiller und die beiden jungen Frauen, die für ihn jenen Sommer 1788 unvergesslich machen sollten, Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld. Ihre leidenschaftliche Beziehung wird ebenso gezeigt wie ihre Gespräche, die gemeinsame Lektüre im Garten des Hauses oder die literarischen Projekte, mit denen sich Schiller in dieser Zeit beschäftigte. Bei der Gestaltung der Räume konnten die Museumsmacher auf Rudolstädter Quellen zurückgreifen, erhielten aber auch kostbare Leihgaben aus dem Schillerarchiv in Marbach: Gemälde, Möbel, Geschirr, Schreibzeug.

    Eine Würdigung erfährt auch Louise von Lengefeld, Schillers freundliche Schwiegermutter. In der kleinen Küche des Hauses kann der Besucher das Kochbuch der „Chere mere“ betrachten, im Restaurant im Erdgeschoss des Schillerhauses hat er dann später die Möglichkeit, eine Auswahl ihrer Gerichte durchzuprobieren.

     

    Bislang war es nur eine kleine Abteilung im Stadtmuseum Weimar, die an eines der wichtigsten Ereignisse der deutschen Geschichte erinnerte: Die Gründung der Weimarer Republik, die mit der Verabschiedung der Verfassung durch die Nationalversammlung 1919 im Deutschen Nationaltheater in Weimar besiegelt wurde. Zum 95. Jahrestag öffnete jetzt eine neue umfangreiche Ausstellung im Stadtmuseum Weimar, die dieses Kapitel ausführlich und fundiert darstellt.

    Sowohl für deutsche Besucher, hier vor allem die zahlreichen Schülergruppen, als auch für internationale Gäste bringt diese Ausstellung mit zahlreichen zeitgeschichtlichen Originalobjekten, Filmen, Plakaten, Modellen, Medaillen und Dokumenten die Umstände der Republik-Gründung im kleinen Weimar nahe. Besonders eindrücklich erzählen die zahlreichen Fotos und Filmsequenzen von den historisch bedeutsamen Wochen in Weimar. Ein Audioguide ergänzt die Ausstellung.

     


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